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Erasmus+
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Erasmus+ (gesprochen Erasmus Plus) ist ein Programm der EuropĂ€ischen Union zur Förderung der Zusammenarbeit von Bildungseinrichtungen und der MobilitĂ€t von Einzelpersonen im Bereich der allgemeinen Bildung und beruflichen Bildung, von Jugend und Sport. Das Programm richtet sich an SchĂŒler, Lehrlinge, Studenten, LehrkrĂ€fte, PĂ€dagogen, Jugendliche sowie allgemeines Verwaltungspersonal. Gefördert werden Kurzzeit- und Langzeitaustausche, Einzel- und Gruppenbegegnungen. Nach dem Grundsatz des lebenslangen Lernens besteht die Möglichkeit zu Studienaufenthalten, Praktika fĂŒr Studenten und Auszubildende, Lehr- und FortbildungsaktivitĂ€ten, Jugendaustausch, Jugendarbeit und MaĂnahmen im Bereich des Sports in ganz Europa und teilweise darĂŒber hinaus.
In Deutschland wird das Erasmus+-Programm von vier nationalen Agenturen umgesetzt, wobei diese beim Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) fĂŒr den Hochschulbereich, beim PĂ€dagogischen Austauschdienst (PAD) fĂŒr den Schulbereich, beim Bundesinstitut fĂŒr Berufsbildung fĂŒr die Bereiche Berufs- und Erwachsenenbildung und bei Jugend in Aktion fĂŒr Jugendprojekte bzw. die auĂerschulische Jugendarbeit angesiedelt sind.cite-ref-1[1] In Ăsterreich wird das gesamte Programm von der Agentur fĂŒr Bildung und Internationalisierung (OeAD) als nationale Agentur fĂŒr Erasmus+ umgesetzt.cite-ref-2[2]
Contents
âą Erasmus+ ab 2028
âą Programmbereiche
âą Erasmus+ Jugend
âą Erasmus+ Sport
⹠ProgrammlÀnder
⹠PartnerlÀnder
âą Kritik (2013)
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Rechtsgrundlage und Zielsetzung
Teilnehmer verbessern mit Erasmus+ ihre fachlichen, sprachlichen, sozialen und interkulturellen FĂ€higkeiten. Gleichzeitig wird ein erhöhtes Bewusstsein fĂŒr ein gemeinsames Europa und seine Vielfalt geschaffen. DarĂŒber hinaus unterstĂŒtzt Erasmus+ auch die Internationalisierung der nationalen Bildungssysteme vom Kindergarten und ĂŒber alle Schulformen und die Hochschulen bis hin zu den Einrichtungen der Erwachsenenbildung. Erasmus+ unterstĂŒtzt die Vergleichbarkeit und gegenseitige Anerkennung von nationalen BildungsabschlĂŒssen und fördert europaweite Netzwerke. Weiters beinhaltet das Programm Exzellenzinitiativen wie die EuropĂ€ischen Hochschulen, gemeinsame MasterabschlĂŒsse, Zentren der beruflichen Exzellenz, Jean-Monnet-MaĂnahmen (Europastudien) und Erasmus+ LehrkrĂ€fteakademien.
Erasmus+ verfolgt seit der Programmgeneration 2021â2027 vier inhaltliche horizontale PrioritĂ€tencite-ref-5[5]:
âą Inklusion und Vielfalt
âą Digitaler Wandel (als Teil des Digital Education Action Plancite-ref-6[6])
⹠Umwelt und BekÀmpfung des Klimawandels (im Zusammenhang mit dem European Green Deal)cite-ref-7[7]
âą Teilhabe am demokratischen Leben
Geschichte der EU-Bildungs- und Jugendprogramme
Das erste EU-Bildungsprogramm ging 1987 unter dem Namen Erasmus an den Start und richtete sich allein an Studenten. Weitere VorlĂ€uferprogramme waren das Sokrates-Programm I (1994â1999) und II (2000â2006) und das Programm Lebenslanges Lernen (2007â2013). 2014 wurden alle EU-Bildungs- und Jugendprogramme in das neu aufgesetzte Programm Erasmus+ fĂŒr allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport integriert.cite-ref-8[8] Die GrĂŒnderin dieses Programms ist die italienische PĂ€dagogin und UniversitĂ€tsprofessorin Sofia Corradi.cite-ref-9[9]cite-ref-10[10]cite-ref-11[11]
So werden das Hochschulbildungsprogramm Erasmus, das Master- und Doktorandenprogramm Erasmus Mundus, Erasmus fĂŒr Jungunternehmer, Comenius fĂŒr Schulbildung, Leonardo da Vinci fĂŒr Berufsbildung und Grundtvig fĂŒr Erwachsenenbildung seit 2014 unter dem Namen Erasmus+ weitergefĂŒhrt. FĂŒr den Zeitraum 2021 bis 2027 forderte das EuropĂ€ische Parlament Anpassungen im Detail sowie eine Verdreifachung des Budgetscite-ref-12[12]. Auch Ursula von der Leyen hatte sich in ihrer Bewerbungsrede als KommissionsprĂ€sidentin der Forderung des Parlaments nach einer annĂ€hernden Verdreifachung des aktuellen Budgets von 14,7 auf 41,2 Milliarden Euro angeschlossen. Der Haushaltskompromiss der europĂ€ischen Staats- und Regierungschefs vom Juli 2020 belief sich jedoch auf nur 21,2 Milliarden fĂŒr die nĂ€chste Programmgeneration. Bildungspolitiker aller Bundestagsfraktionen (auĂer AfD) haben deshalb in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel mehr Geld fĂŒr Erasmus+ gefordert.cite-ref-13[13] Das Vereinigte Königreich ist seit dem Brexit nicht mehr Teil des Programms. Im Dezember 2020 haben die EuropĂ€ische Kommission, das EuropĂ€ische Parlament und die EU-Mitgliedstaaten eine politische Einigung ĂŒber das neue Programm Erasmus+ (2021â2027) erzielt.cite-ref-14[14] Die neue Programmgeneration von Erasmus+ begann somit im Jahr 2021.
Erasmus+ ab 2028
Das aktuelle EU-Programm Erasmus+ hat eine Laufzeit bis Ende des Jahres 2027. Die EuropĂ€ische Kommission hat am 16. Juli 2025 einen Vorschlag fĂŒr das Nachfolgeprogramm ab 2028 vorgelegt.cite-ref-15[15] Darin sind fĂŒr die neue Programmgeneration von Erasmus+ insgesamt 40,8 Milliarden Euro vorgesehen.cite-ref-16[16] Die Verhandlungen ĂŒber die genaue Ausgestaltung des EU-Programms sind Teil des Trilogs zum mittelfristigen Finanzrahmen, der den Haushalt der EuropĂ€ischen Union fĂŒr die Jahre 2028â2034 absteckt.
FĂŒr Deutschland haben das Bundesministerium fĂŒr Bildung und Forschung, das Bundesministerium fĂŒr Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) und das Bundesministeriums des Innern und fĂŒr Heimat sowie die Kultusministerkonferenz gemeinsam Forderungen fĂŒr das Nachfolgeprogramm von Erasmus+ ab 2028 formuliert.cite-ref-17[17]
Programmbereiche
Erasmus+ Schulbildung
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Hauptartikel
:
Erasmus+ Schule
Im Bereich Schulbildung (=Allgemeinbildung) unterstĂŒtzt Erasmus+ grenzĂŒberschreitende Zusammenarbeit zwischen Schulen, KindergĂ€rten und anderen Bildungseinrichtungen. Gefördert werden europaweite MobilitĂ€ten von SchĂŒlern, LehrkrĂ€ften und PĂ€dagogen sowie von sonstigen Mitarbeitern von KindergĂ€rten und Schulen. Diese Auslandsaufenthalte erfolgen immer ĂŒber eine entsendende Institution. Schulen und KindergĂ€rten können ĂŒber eine Zulassung (Akkreditierung) oder im Rahmen von kurzfristigen Projekten an Erasmus+ teilnehmen.
Erasmus+ Kooperationspartnerschaften widmen sich ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum einem selbstgewĂ€hlten Thema. Sie unterstĂŒtzen Entwicklung, Ăbertragung und Umsetzung neuartiger Praktiken ebenso wie gemeinsame Initiativen zur Förderung von Zusammenarbeit, Peer Learning (Lernen unter Gleichgestellten) und Erfahrungsaustausch auf europĂ€ischer Ebene. Möglich sind auch kleinere Partnerschaften mit kĂŒrzeren Laufzeiten, kleineren FörderbetrĂ€gen und geringerem Verwaltungsaufwand sowie virtuelle Projekte zwischen Schulen und KindergĂ€rten im Rahmen von eTwinning. Die Online-Plattform ermöglicht Schulen und KindergĂ€rten grenzĂŒberschreitende Online-Projekte und fördert die nationale und internationale Vernetzung von PĂ€dagogen mittels europĂ€ischer Fortbildungen und Konferenzen. Jean-Monet-Aktionen fördern die Lehre und das Unterrichten von EU-bezogenen Themen an Schulen und Bildungseinrichtungen.
Ziel des Programmbereichs Schulbildung ist es, die Zusammenarbeit von Schulen aller Schulstufen und Schulformen innerhalb der EuropĂ€ischen Union sowie die MobilitĂ€t von SchĂŒlern und LehrkrĂ€ften zu fördern. Teilnehmen können alle, die am Bildungsprozess von der Vorschule bis zum Ende des Sekundarbereichs II mitwirken. AuĂerdem bietet Erasmus+ LehrkrĂ€ften aller Schularten die Möglichkeit, sich auf der eTwinning Plattform miteinander zu vernetzen und gemeinsam internationale Onlineprojekte in einem virtuellen Klassenzimmer durchzufĂŒhren.cite-ref-18[18] In Deutschland wird der Programmbereich von Nationalen Agentur Erasmus+ Schulbildung im PĂ€dagogischen Austauschdienst umgesetzt, in Ăsterreich von der OeAD-GmbH.cite-ref-19[19]
Erasmus+ Berufsbildung
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Hauptartikel
:
Leonardo (EU)
Im Bereich Berufsbildung unterstĂŒtzt Erasmus+ die lĂ€nderĂŒbergreifende Zusammenarbeit von Berufsbildungseinrichtungen und anderer Organisationen mit Bezug zur beruflichen Bildung. Gefördert werden MobilitĂ€ten von SchĂŒlern in der beruflichen Erstausbildung, von Lehrlingen sowie von Lehr- und FachkrĂ€ften der beruflichen Bildung. Aufenthalte sind in ganz Europa sowie auch weltweit möglich. Sie erfolgen immer ĂŒber eine entsendende Institution, die ĂŒber eine Akkreditierung oder im Rahmen von kurzfristigen Projekten an Erasmus+ teilnimmt.
Erasmus+ Kooperationspartnerschaften widmen sich ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum einem selbstgewĂ€hlten Thema. Sie unterstĂŒtzen Entwicklung, Transfer und Implementierung innovativer Praktiken ebenso wie gemeinsame Initiativen zur Förderung von Zusammenarbeit, Peer Learning und Erfahrungsaustausch auf europĂ€ischer Ebene. Möglich sind auch kleinere Partnerschaften mit kĂŒrzeren Laufzeiten, kleineren FörderbetrĂ€gen und geringerem Verwaltungsaufwand. Die Online-Plattform eTwinning ermöglicht Schulen grenzĂŒberschreitende Online-Projekte und fördert eTwinning die nationale und internationale Vernetzung von PĂ€dagogen mittels europĂ€ischer Fortbildungen und Konferenzen. Zur Förderung von Exzellenz und Innovation in der beruflichen Bildung unterstĂŒtzt Erasmus+ Zentren der beruflichen Exzellenz und Allianzen fĂŒr Innovation sowie KapazitĂ€tsaufbau.
Leonardo war ein EU-Programm zur Förderung der Aus- und Weiterbildung, insbesondere der grenzĂŒberschreitenden beruflichen Bildung und ist seit 2014 ein Programmbereich von Erasmus+. In Deutschland wird der Programmbereich von der nationalen Agentur beim Bundesinstitut fĂŒr Berufsbildung (BiBB) umgesetzt, in Ăsterreich von der OeAD-GmbH.
Erasmus+ Hochschulbildung
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Hauptartikel
:
Erasmus-Programm
Ziel von Erasmus+ im Bereich Hochschulbildung ist es, die Zusammenarbeit von Hochschulen in Europa und weltweit sowie den Austausch von Studierenden, Graduierten, Lehrenden (Dozenten) und allgemeinem Hochschulpersonal zu fördern. Zentrale Bestandteile sind die Anerkennung von Studienleistungen im Ausland anhand des European Credit Transfer Systems (ECTS) und die finanzielle UnterstĂŒtzung von Austauschaufenthalten. Es können Studienaufenthalte, Auslandspraktika im Rahmen bzw. nach Abschluss des Studiums, Lehraufenthalte sowie Fortbildung von allgemeinem Hochschulpersonal gefördert werden. Seit 2021 werden die horizontalen Ziele des Erasmus-Programms durch die besondere BerĂŒcksichtigung von Inklusion, sozialer Teilhabe und grĂŒnem Reisen in der Finanzierung von Auslandsaufenthalten unterstĂŒtzt. Alle Informationen dazu hĂ€lt die EU-Kommission im jĂ€hrlich erscheinenden Programmleitfaden bereit.cite-ref-20[20]
HochschulaktivitĂ€ten zwischen Programm und PartnerlĂ€ndern (weltweit) werden seit 2015 als International Credit Mobility (Internationale HochschulmobilitĂ€t) durchgefĂŒhrt.
Neben der MobilitĂ€t werden auch Kooperationsprojekte zwischen europĂ€ischen Einrichtungen und mit PartnerlĂ€ndern weltweit gefördert. Hier gibt es verschiedene Förderlinien mit verschiedenen Zielrichtungen: Die Erasmus+ Cooperation Partnerships bieten Hochschulen und anderen Organisationen die Möglichkeit, ihre Internationalisierungsvorhaben bildungsbereichsĂŒbergreifend voranzutreiben. Weitere Erasmus+ Förderlinien im Bereich Hochschulzusammenarbeit und mit innereuropĂ€ischem Fokus sind die Allianzen fĂŒr Innovation, die Erasmus+ LehrkrĂ€fteakademien (Teacher Academies) sowie die EuropĂ€ische Hochschulen. Letztere sollen die StĂ€rken und die Vielfalt europĂ€ischer Forschung und Lehre in neuen Strukturen und im Rahmen von âinteruniversitĂ€renâ europĂ€ischen Hochschulcampus bĂŒndeln. Aktuell (Stand: Juni 2024) werden im Rahmen der EuropĂ€ischen Hochschulen 50 Allianzen gefördert. Aus Deutschland sind 51 Hochschulen an 44 der ausgewĂ€hlten Allianzen beteiligt. Bis Mitte 2024 soll es 60 EuropĂ€ische Hochschulallianzen mit 500 beteiligten Hochschulen aus ganz Europa geben. Des Weiteren fĂ€llt unter den Bereich der Hochschulzusammenarbeit auch die Förderlinie der Zukunftsorientierten Projekte. Diese zielen auf die Entwicklung und Ermittlung innovativer (politischer) AnsĂ€tze ab, die das Potenzial haben, die Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung zu verbessern.
Weltweit ausgerichtete Erasmus+ Förderlinien im Bereich Hochschulzusammenarbeit sind die Erasmus-Mundus-Aktion, die KapazitÀtsaufbauprojekte im Hochschulbereich sowie die Jean-Monnet-Aktionen.
Integraler Bestandteil des Bereichs der PolitikunterstĂŒtzung ist die Förderlinie der EuropĂ€ischen Experimentellen MaĂnahmen. Hierbei handelt es sich um transnationale Kooperationsprojekte, in deren Rahmen lĂ€nderĂŒbergreifende Feldversuche durchgefĂŒhrt werden, die das Ziel haben, die Relevanz, Wirksamkeit, Skalierbarkeit und potenzielle Auswirkungen von bestimmten AktivitĂ€ten zu testen. Mit dem Aufruf 2022 wird die Erprobung eines gemeinsamen europĂ€ischen GĂŒtesiegels fĂŒr AbschlĂŒsse (European Degree Label) und die Auslotung eines potenziellen europĂ€ischen Rechtsstatus fĂŒr Hochschulallianzen (European Legal Status) adressiert. Die Pilotprojekte, deren Erkenntnisse die transnationale Zusammenarbeit von Hochschuleinrichtungen in Europa erleichtern sollen, dienen der Umsetzung der EuropĂ€ischen Hochschulstrategie und gelten als Meilensteine zur Verwirklichung eines europĂ€ischen Bildungsraums.
Der Programmbereich Hochschulbildung wird in Deutschland vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) und in Ăsterreich von der OeAD-GmbH umgesetzt.
Erasmus+ Erwachsenenbildung
erwachsenenbildung Im Bereich Erwachsenenbildung unterstĂŒtzt Erasmus+ die lĂ€nderĂŒbergreifende Zusammenarbeit von Erwachsenenbildungsinstitutionen und Institutionen mit Bezug zur Erwachsenenbildung. Gefördert werden Lehr- und Lernaufenthalte von Erwachsenenbildnern sowie MobilitĂ€ten von Lernenden in der Erwachsenenbildung. Aufenthalte erfolgen immer ĂŒber eine entsendende Institution, die ĂŒber eine Akkreditierung oder im Rahmen von kurzfristigen Projekten an Erasmus+ teilnimmt.
Erasmus+ Kooperationspartnerschaften widmen sich ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum einem selbstgewĂ€hlten Thema. Sie unterstĂŒtzen Entwicklung, Transfer und Implementierung innovativer Praktiken ebenso wie gemeinsame Initiativen zur Förderung von Zusammenarbeit, Peer Learning und Erfahrungsaustausch auf europĂ€ischer Ebene. Möglich sind auch kleinere Partnerschaften mit kĂŒrzeren Laufzeiten, kleineren FörderbetrĂ€gen und geringerem Verwaltungsaufwand.
Der Programmbereich wird in Deutschland von der Nationalen Agentur Bildung fĂŒr Europa beim Bundesinstitut fĂŒr Berufsbildung (NA beim BIBB) umgesetzt, in Ăsterreich vom OeAD.
Grundtvig war ein 2000 eingerichtetes Förderprogramm der EuropĂ€ischen Union fĂŒr den Bereich der Erwachsenenbildung und ist seit 2014 ein Programmbereich von Erasmus+.
Erasmus+ Jugend
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Hauptartikel
:
Jugend in Aktion
Dieser Programmbereich befasst sich mit nicht-formalem und informellem Lernen im Bereich Jugend. In Ăsterreich wird der Jugendbereich von Erasmus+ sowie das EuropĂ€ische SolidaritĂ€tskorps vom OeAD umgesetzt. In Deutschland werden die beiden Programme (Erasmus+ Jugend und EuropĂ€isches SolidaritĂ€tskorps) von der Nationalen Agentur Jugend fĂŒr Europacite-ref-21[21] umgesetzt.
Erasmus+ Sport
ProgrammlÀnder und PartnerlÀnder
ProgrammlÀnder
Am Erasmus+-Programm können Personen und Organisationen aus den sogenannten ProgrammlĂ€ndern teilnehmen.cite-ref-22[22] Dies sind alle Mitgliedstaaten der EuropĂ€ischen Union. Folgende weitere Staaten auĂerhalb der EuropĂ€ischen Union nehmen ebenfalls als ProgrammlĂ€nder (âmit dem Programm assoziierte DrittlĂ€nderâ) an Erasmus+ teil:
âą Nordmazedonien
âą Island
âą Liechtenstein
âą Norwegen
âą Serbien
âą TĂŒrkei
Ausscheiden des Vereinigten Königreichs aus dem Programm im Zuge des âBrexitâ (2020)
Das Vereinigte Königreich ist im Zuge des EU-Austritt aus freien StĂŒcken als Programmland ausgeschieden und nur noch Partnerland. Die Teilnahme an EU-Programmen wie Erasmus+ waren nach dem Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EuropĂ€ischen Union (Brexit) neu zu verhandeln. Anfang 2020 hatte das britische Unterhaus einen Antrag der liberalen Abgeordneten Layla Moran abgelehnt, der die Regierung verpflichtet hĂ€tte, sich auch nach dem Austritt aus der EU an Erasmus+ zu beteiligen. Die britische Regierung hatte jedoch ihr Interesse an der DurchfĂŒhrung von Austauschprogrammen mit der EU betont.cite-ref-23[23]cite-ref-24[24]cite-ref-25[25] Ende Dezember 2020 entschied die britische Regierung, dass das Vereinigte Königreich nach dem Brexit nicht mehr Teil des Programms sein wird. Ein eigenes, nach Alan Turing benanntes Programm fördert seither den Aufenthalt britischer Studenten âan den besten UniversitĂ€ten weltweitâ. Das Programm ermöglicht jedoch keinen Austausch, also keinen Aufenthalt von auslĂ€ndischen Studenten, SchĂŒlern, LehrkrĂ€ften etc. an britischen Bildungseinrichtungen.cite-ref-26[26] UnabhĂ€ngig von England hat Schottland erste eigenstĂ€ndige GesprĂ€che mit der EU ĂŒber eine RĂŒckkehr in das EU-Programm Erasmus+ gefĂŒhrt. GemÀà schottischer Regierung beteiligten sich bisher jĂ€hrlich mehr als 2000 Studenten und BeschĂ€ftigte aus Schottland an diesem Programm. Auslandsaufenthalte von Studierenden und Hochschulpersonal aus Deutschland können in das Vereinigten Königreich als Partnerland (nicht mit dem Erasmus+ Programm assoziiert) in geringerem Umfang als vor dem Brexit gefördert werden.
PartnerlÀnder
Der Austausch mit sogenannten PartnerlĂ€ndern (ânicht mit dem Erasmus+ Programm assoziierten DrittlĂ€ndernâ) kann ĂŒber Erasmus+ unter bestimmten Bedingungen gefördert werden.
Kritik (2013)
Im Gegensatz zum Vorschlag der Kommission fĂŒr ein integriertes EU-Programm in den Bereichen Bildung, Jugend und Sport im Jahr 2013 sprach sich das EuropĂ€ische Parlament mit viel RĂŒckenwind insbesondere der Bereiche Jugend & Sport fĂŒr den Programmnamen YES â Youth-Education-Sport aus. Deutsche Interessenvertreter zeigten sich vor allem beim Thema Jugend besorgt. Diesem Bereich werde im Entwurf der Kommissarin zu âErasmus fĂŒr alleâ kein eigenes Kapitel mehr eingerĂ€umt. Viele befĂŒrchten daher eine Benachteiligung fĂŒr Projekte aus der Jugendarbeit im Vergleich zu Programmen aus dem Bereich der formellen Bildung.cite-ref-27[27] Der Deutsche Bundesjugendring schloss sich mit seiner Kritik den deutschen BundeslĂ€ndern an. Aus Sicht der JugendverbĂ€nde und Jugendringe sei das Kernproblem, dass im Entwurf des geplanten Programms die Jugendarbeit vollstĂ€ndig im Bildungsbereich verschwĂ€nde. âEs ist grundlegend falsch, dass junge Menschen in Europa kĂŒnftig ihre Persönlichkeit hauptsĂ€chlich in Schule, Ausbildung und Studium entwickeln könnenâ, sagt Gunnar Czimczik, stellvertretender DBJR-Vorsitzender, âsie brauchen FreirĂ€ume, in denen sie sich selbstbestimmt engagieren und Erfahrungen sammeln könnenâ. Diese notwendigen RĂ€ume wĂŒrden im Vorschlag der EU-Kommission drastisch eingeschrĂ€nkt. Das Programm âErasmus fĂŒr alleâ fokussiere stattdessen allein auf den Nutzen fĂŒr Arbeit und BeschĂ€ftigung.cite-ref-28[28]
Weblinks
âą Gemeinsame Erasmus+-Website der vier Nationalen Agenturen in Deutschland
âą OeAD: österreichische nationale Agentur fĂŒr Erasmus+ und ESK (erasmusplus.at)
âą Verordnung (EU) 2021/817 ĂŒber die Einrichtung von Erasmus+ fĂŒr den Zeitraum 2021â2027
âą Verordnung (EU) Nr. 1288/2013 des EuropĂ€ischen Parlaments und des Rates vom 11. Dezember 2013 zur Einrichtung von âErasmus+â
âą Seite des Erasmus+-Programms
âą âWhat is in it for me?â (englisch)
âą Bildung, Ausbildung, Jugend, Sport Website des EUR-Lex
âą Projektergebnisse (englisch)
âą INTEgrated REporting for SMEs Transparency, the INTEREST project supported by the ERASMUS+ programme of the European Union.
Einzelnachweise
cite-note-11. â Erasmus+ ab 2021, Gemeinsame Website der vier nationalen Agenturen zum Programm Erasmus+ in Deutschland, abgerufen am 20. Januar 2021
cite-note-22. â OeAD | nationale Agentur fĂŒr Erasmus+ und ESK. Abgerufen am 4. August 2021.
cite-note-33. â Verordnung (EU) 2021/871 des EuropĂ€ischen Parlaments und des Rates vom 20. Mai 2021
cite-note-44. â Programmleitfaden Erasmus+ - Erasmus+. Abgerufen am 14. MĂ€rz 2025.
cite-note-55. â Priorities of the Erasmus+ Programme. In: Erasmus+ programme guide. EuropĂ€ische Kommission, 15. September 2020, abgerufen am 16. August 2021 (englisch).
cite-note-66. â Digital Education Action Plan (2021â2027). EuropĂ€ische Kommission, 14. September 2018, abgerufen am 16. August 2021 (englisch).
cite-note-77. â A European Green Deal. EuropĂ€ische Kommission, abgerufen am 16. August 2021 (englisch).
cite-note-88. â GrĂŒnes Licht fĂŒr Erasmus+: EU-Mittel fĂŒr Qualifikationen und BeschĂ€ftigungsfĂ€higkeit fĂŒr mehr als 4 Millionen Personen, Pressemitteilung der EuropĂ€ischen Kommission vom 19. November 2013, abgerufen am 27. Februar 2014.
cite-note-99. â Interview: Wird es Erasmus ewig geben? Abgerufen am 27. Oktober 2024.
cite-note-1010. â Mathieu Henceval, ĂŒbersetzt von Sabine Marmulla, Mathieu Henceval, ĂŒbersetzt von Sabine Marmulla: Sofia Corradi: Die Mutter von âErasmusâ. 27. Oktober 2024, abgerufen am 27. Oktober 2024.
cite-note-1111. â Biography Sofia Corradi - Mamma Erasmus. Abgerufen am 27. Oktober 2024.
cite-note-1212. â Erasmus+ 2021â2027: Erweiterung des EU-Austauschprogramms. EuropĂ€isches Parlament, abgerufen am 22. Oktober 2019.
cite-note-1313. â Joybrato Mukherjee: Europa braucht junge EuropĂ€er. SĂŒddeutsche Zeitung, 13. September 2020, abgerufen am 15. September 2020.
cite-note-1414. â Kommission begrĂŒĂt politische Einigung ĂŒber das Programm Erasmus+, Pressemitteilung der EuropĂ€ischen Kommission vom 11. Dezember 2020, abgerufen am 20. Januar 2021
cite-note-1515. â Proposal for a REGULATION OF THE EUROPEAN PARLIAMENT AND OF THE COUNCIL establishing the Erasmus+ programme for the period 2028-2034, and repealing Regulations (EU) 2021/817 and (EU) 2021/888. 2025 (europa.eu [abgerufen am 4. September 2025]).
cite-note-1616. â Fragen und Antworten zum nĂ€chsten langfristigen Haushalt*. Abgerufen am 4. September 2025.
cite-note-1717. â Bundesministeriums fĂŒr Bildung und Forschung (BMBF), Kultusministerkonferenz (KMK), Bundesministeriums fĂŒr Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), Bundesministeriums des Innern und fĂŒr Heimat (BMI): Kernforderungen fĂŒr das Programm Erasmus+ (ab 2028). 2025 (erasmusplus.schule [PDF]).
cite-note-1818. â Website von eTwinning, dem Netzwerk fĂŒr Schulen in Europa. Abgerufen am 19. Januar 2021.
cite-note-1919. â Beratung zu Erasmus+ Schulbildung. Abgerufen am 19. Januar 2021.
cite-note-2020. â Erasmus+ Programme Guide. Abgerufen am 2. August 2024 (englisch).
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